Nivea_Eau de Toilette_Studio Oeding

NIVEA Eau de Toilette: Wie Studio Oeding eine neue Produktkategorie entwickelt hat

2014 stellte uns Beiersdorf die Frage, welche neuen Produktkategorien glaubwürdig zur Marke NIVEA passen könnten.

Für uns lag eine Antwort ziemlich schnell auf der Hand: der Duft.

Der Duft der NIVEA Creme ist eines der stärksten Assets der Marke. Unverwechselbar, emotional und für viele Menschen eng mit Kindheit, Familie und persönlichen Erinnerungen verbunden. Für mich ist er ein wesentlicher Teil der Essenz von NIVEA.

Warum also diesen ikonischen Duft nicht in eine neue Produktkategorie übersetzen?

Aus dieser Überlegung entstand die Idee für das NIVEA Eau de Toilette.

Studio Oeding hat diese Idee von Anfang an ganzheitlich gedacht. Von der Produktidee über Flakon und Packaging bis zu Materialität, Konstruktion und industrieller Umsetzung. Unser Anspruch war, jeden Schritt konsequent und konsistent aus der Identität von NIVEA heraus zu entwickeln.

Die reduzierte, runde Form des Glasflakons übersetzt die ikonische NIVEA Creme Dose in ein neues Produktformat. Gleichzeitig trafen wir eine für die Marke damals ungewöhnliche Entscheidung: Der Flakon wurde nicht blau, sondern schneeweiß.

NIVEA war visuell stark durch sein ikonisches Blau geprägt. Für uns war das Weiß dennoch die konsequente Wahl. Es nimmt Bezug auf die Creme selbst und auf den Markennamen: „Nivea“ bedeutet im Lateinischen „schneeweiß“. Gleichzeitig transportiert die Farbe Eigenschaften, die eng mit der Marke verbunden sind: Reinheit, Sanftheit und Pflege.

Besonders wichtig war uns, dass die Gestaltung nicht beim Konzept endete. Wir begleiteten die Entwicklung bis in die Produktion und arbeiteten gemeinsam mit unseren Partner:innen daran, die Idee auch technisch und materiell konsequent umzusetzen.

Gerade beim Glas bedeutete das, neue Wege zu gehen.

Das NIVEA Logo sollte nicht aufgedruckt, sondern als erhabenes Element direkt aus dem Glas herausgearbeitet werden. Dafür musste es bereits im Glasguss entstehen. In Verbindung mit Recyclinganteilen war eine solche Umsetzung zu diesem Zeitpunkt technisch noch nicht möglich. Gemeinsam mit unseren Partner:innen entwickelten wir eine Lösung, die beides zusammenbrachte.

Auch bei Kunststoff und Papier arbeiteten wir mit Recyclinganteilen. Damit wurden Gestaltung, Materialwahl und technische Entwicklung von Anfang an als ein gemeinsamer Prozess gedacht.

Wir haben nicht erst gestaltet und anschließend nach einer Möglichkeit gesucht, es zu produzieren. Wir haben Idee, Design, Material und Produktion als einen konsistenten Entwicklungsprozess verstanden.

Wenn ich heute auf 15 Jahre Studio Oeding zurückblicke, gehört dieser Case deshalb zu den Projekten, die unsere Haltung besonders gut zeigen.

Gute Gestaltung entsteht für mich dann, wenn Designer:innen von Anfang an mit am Tisch sitzen und Verantwortung von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt übernehmen.

Den gesamten Case findet ihr hier.